"Festung Europa?!"

Die Flüchtlingssituation in Europa beherrschte 2015 Politik, Öffentlichkeit und Medien.

Mit ihr setzten sich auch mehr als 60 Jugendliche aus ganz Niedersachsen in der Tagung „Festung Europa. Wie human ist die europäische Flüchtlings- und Asylpolitik?“ vom 5.-7.9.2015 an der Evangelischen Akademie Loccum auseinander.

Im Mittelpunkt der Tagung standen die Begegnung mit jungen Geflüchteten sowie ein Planspiel zur EU-Flüchtlingspolitik, bei dem die Schüler in die Rolle von EU-Politikern schlüpften. Sie konnten dabei feststellen, wie schwer es angesichts nationaler Eigeninteressen in der europäischen Union ist, zu einer einheitlichen Flüchtlingspolitik zu kommen.

Im Gespräch mit den Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea erfuhren die Jugendlichen von den Hintergründen ihrer Flucht, welche Route sie nach Deutschland genommen haben, wie sie hier leben und welche Ziele sie haben.

Befürchtungen, dass sich Deutschland durch die Zuwanderung negativ verändern werde, setzten die jungen Geflüchteten ihre Geschichten entgegen. Sie haben die Schule nicht beenden können, mussten Freunde und Familie zurück lassen. Es geht ihnen nicht darum, „den deutschen Sozialstaat auszunehmen“, sondern in Sicherheit überleben zu können. Alle von ihnen äußerten große Dankbarkeit, von Deutschland aufgenommen worden zu sein. Sie betonten aber auch, dass sie am liebsten in ihr Heimatland zurückkehren würden, wenn es die Umstände zuließen. In der Abschlussdiskussion, an der auch der Hamelner Superintendent Philipp Meyer teilnahm, stand vor allem eine Forderung im Zentrum: die EU muss zur Befriedung der Konflikte in den Heimatländern der Flüchtlinge beitragen.

Die deutschen Teilnehmenden äußerten am Ende der Tagung, dass ihnen durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht sowie die Begegnung mit geflüchteten Jugendlichen bewusst geworden sei, dass Frieden und Sicherheit wie in Deutschland keine Selbstverständlichkeit seien. Kein Flüchtling setze sich aus freiem Willen den hohen Risiken der Flucht aus, wenn nicht die Flucht die einzige Chance auf ein Leben in Sicherheit ist.


(T. Heinen u. S. Schad-Smith)



Bilder zur Tagung



Unabhängig, objektiv, kritisch?Medienberichterstattung in internationalen Krisen und Konflikten

"Stell Dir vor, es ist Krieg und keinen interessiert's..."

Unter dieser Überschrift berichtete Peter Schumann, ehemaliger Leiter der UN-Friedensoperation "United Nations Missions in the Republic of South Sudan (UNMISS) über den Konflikt im Süd-Sudan und dessen Wahrnehmung in Deutschland. Der Einfluss medialer Berichterstattung auf unsere Wahrnehmung von internationalen Krisen und Konflikten ist immens. Journalisten müssen unter teils prekären Bedingungen arbeiten, ihnen bleiben angesichts vorgefertigter Produktionsformate und ökonomischen Drucks oft nur wenige Spielräume. Durch fehlende Regionalkenntnisse laufen sie Gefahr, in Konflikten instrumentalisiert zu werden und Bilder von Konflikten zu vermitteln, die zu Fehlein- schätzungen in der Wahrnehmung der Geschehnisse hierzulande führen können.

 

In der Schülertagung vom 9. bis 11. Februar 2015 haben wir uns mit dem Einfluss medialer Berichterstattung auf unsere Wahrnehmung von internationalen Konflikten beschäftigt. Dazu haben wir zunächst einen Blick auf die Geschichte der Kriegsberichterstattung und des "embedded journalism" geworfen. Außerdem haben erfahrene Journalisten über verschiedene Konflikte (Nahost/Syrien, Irak, Afghanistan, Ukraine) und die Grenzen von Berichterstattung in Konfliktregionen berichtet. In der Abschlussdiskussion haben die Teilnehmer/innen mit dem ehemaligen Leiter der UN-Friedensmission im Süd-Sudan, Peter Schumann, dem NDR-Redakteur und langjährigen ARD-Auslandskorrespondenten, Bernd Musch-Borowska, sowie dem ehemaligen Außenpolitiker, Winfried Nachtwei, (siehe Foto) diskutiert, was "guten" Journalismus ausmacht und welcher Voraussetzungen er bedarf.


Endlagersuche: Wohin mit dem hochradioaktiven Atommüll?

Deutschland hat sich nach dem Reaktorunfall in Fukushima für den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden. Dadurch kommt wieder Bewegung in die Suche nach einem Endlager für den hochradioaktiven Müll. Diese Suche ist eine generationenübergreifende Aufgabe, an der Jugendliche unbedingt beteiligt werden müssen.

In der Schülertagung vom 29. September bis 1. Oktober 2014 trafen Schülerinnen und Schüler mit relevanten Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Bürgerinitiativen und Abfallverursachern zusammen, um sich ein Bild vom derzeitigen Stand der Endlagersuche zu machen.

Mit Mitgliedern der Endlagerkommission und anderen Akteuren konnten die Teilnehmenden über die Arbeit der Kommission und die wichtige Aufgabe der Öffentlichkeitsbeteiligung sprechen. Außerdem diskutierten die Schülerinnen und Schüler in einer Podiumsdiskussion unter anderem mit dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel über die Rolle der Jugend bei der Suche nach einem geeigneten Endlager.

In einem Videoclip haben die TeilnehmerInnen ihre Forderungen an die Endlagerkommission zusammengefasst: